Zurückkehren, Gott loben und preisen. Lukas 2:8-20

von Edwin Boschmann

Zurückkehren, Gott loben und preisen. Lukas 2:8-20

Heute will ich auf die Perspektive der Hirten bei der Geburt Jesu eingehen. Wer von euch kennt Hirten? Echte Hirten, die echte Schafe weiden? Ich selber habe mich einige Jahre um Heidschnucken gekümmert. Es waren aber nicht viele. Ein Hirtenjob war es nicht. Bei meiner landwirtschaftlichen Ausbildung haben wir mehrere Schäfer in der Klasse gehabt. Jetzt treffe ich nur noch ab und zu einen Schäfer, der mit seinen Schafen durch die Gegen zieht. Diese Schäfer sind und waren durchweg sehr einfühlsame Personen, denen das Wohl der Tiere sehr am Herzen liegt. Sie müssen über ein großes Wissen verfügen, da sie die Schafe gesund erhalten müssen und immer wieder neue Weiden ausfindig machen müssen. Komisch, dass der landläufige Eindruck eines Hirten eigentlich eines eher simplen Mannes ist, der „nur“ aus der Ferne seine Schäfchen anschaut und ansonsten ausruht. Das Leben eines Hirten ist hart und rau. Das Leben spielt sich hauptsächlich draußen ab, egal bei was für einem Wind und Wetter. Es ist ein eher einsamer Job, da man es nicht mit vielen Leuten zu tun hat. Es ist ein Nomandenjob, da man mit der Herde ständig neue Weideplätze suchen muss. Die Bibel spricht sehr viel über Hirten. Das waren zudem die ersten Personen, die zu Jesus als Baby kamen, um ihn als Herrn und Retter zu huldigen. Dazu will ich uns den Text von Lukas 2:8-20 lesen:

„Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens. Und als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen. Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, das zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich über das, was ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.“

 

  1. Hirten: die Ersten, die Jesus aufsuchen

Wie üblich, ist die erste Reaktion der Hirten bei der Begegnung mit den Engeln Furcht. Sie hatten panische Angst. Mitten in der Nacht erscheinen ihnen Engel? Sind sie nun völlig durchgedreht? Können sie überhaupt noch ihrem Verstand trauen, oder spielt ihr Verstand ihnen Streiche? Doch haben die Engel eine klare Botschaft. Die Hirten machen sich auf um zu prüfen, ob was die Engel erzählt haben, auch wirklich wahr ist. Haben wir uns dieses Jahr schon aufgemacht um zu sehen ob die Botschaft wahr ist? Oder waren wir zu sehr mit Weihnachtsvorbereitungen, den Geschenken und der Familie beschäftigt? Die Botschaft Gottes ist nach wie vor die Gleiche: Fürchtet euch nicht. Ich verkündige euch Frohe Kunde.

Was haben die Hirten bei Jesus wohl gehört und gesehen? Wovon waren sie fasziniert? Klar, es gab eine hohe Erwartungshaltung. Der Engel war ihnen erschienen und hatte sie auf das Baby aufmerksam gemacht. Als erstes hatten die Hirten eine unheimliche Angst. Was war los? Mitten in der Nacht? Und dann haben die Hirten noch einem freien Open Air Konzert der Engel lauschen dürfen. Die Engel sangen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens. Trotzdem: Einfach wo hingehen, ein Baby anschauen, und dann so eine starke Reaktion wie bei den Hirten? Da müssen sie was erlebt haben, was überhaupt nichts mit einem Baby zu tun gehabt hat. Es hat viel mehr mit dem Geist Gottes zu tun gehabt, der ihnen im Kind begegnet ist, oder? Auf alle Fälle hat diese Begegnung mit dem Baby weit reichende Konsequenzen für die Hirten. Sie gehen verändert fort. Sie teilen ihre Erfahrung jedem mit, der es hören oder nicht hören will. Die Leute sind erstaunt über diesen Enthusiasmus der Hirten. So waren die doch sonst nicht. Das, meine lieben Geschwister, ist echte Weihnachtsfreude – diese Freude hat Leben verändert.

Weihnachten: Was bereitet dir echte Freude? Ist Weihnachten für dich eher Frust oder doch eine gute Feier? Ist Weihnachten für dich lebensverändernd, oder ist es halt ein Fest guter Traditionen, aber mehr auch nicht? Traditionen sind nicht schlecht. Traditionen sind gute Möglichkeiten, Freude zum Ausdruck zu bringen, sich mit Menschen zu treffen, mit denen man sonst nicht so zusammen kommt. Christliche Traditionen sind gut; sie müssen aber immer wieder neu mit Sinn gefüllt werden, wenn es nicht nur um eine simple Familienfeier gehen soll, bei der der Gastgeber – Jesus - vor der Tür warten darf. Jesus will unsere Herzen erreichen, er will uns, auch gerade innerhalb unserer Traditionen, berühren und verändern. Diejenigen von uns, die bei allen Feierlichkeiten bisher  noch keine Begegnung mit dem Geburtstagskind, Jesus gehabt haben, möchte ich ermutigen, dies heute nachzuholen. Die Hirten begnügen sich nicht damit, eine nächtliche Predigt zu hören, sondern sie wollen wissen, ob es stimmt. Sie wollen Begegnung mit dem Verheißenen Heiland.

 

2. Hirten: Sie teilen ihre Erfahrung mit anderen

Hirten übernehmen Verantwortung. Sie übernehmen diese für ihre Herde, für ihre Schafe, die sie brauchen. Schon im Alten Testament sehen wir an David einmal, wie einer mit seinem Hirtendienst auf den Dienst an seinem ganzen Volk vorbereitet wurde. Beim Schafe Hüten bekam er die notwendige Erfahrung und den Mut, den er später brauchte um Goliath zu besiegen oder sein Volk zu regieren. Auch unsere Hirten in Betlehem wissen, dass sie die Begegnung mit diesem Kind nicht für sich behalten können.  Sie war so prägend, dass sie nicht schweigen konnten! Auch wenn Hirten vielleicht gerne unter sich sind, oder gar allein, wissen sie, dass diese Frohe Botschaft allem Volk widerfahren soll und sie nicht für ihren persönlichen alleinigen Seelenfrieden geschenkt wurde.

Die Frohe Botschaft ist eine Botschaft des Friedens. Wie sehr brauchen wir und andere diese in diesen Tagen.

Wie geht es den Christen in Syrien?

In den Nachrichten wurde vor einigen Tagen eine christliche syrische Frau interviewt. Es ist ausgesprochen gefährlich für sie, sich an Weihnachten zu versammeln. Anschläge sind angekündigt und die Gefahr sein Leben zu lassen noch größer als sonst. Sie sagte, dass sie lieber während eines Gottesdienstes sterben würde als zu Hause von einer Handgranate getroffen zu werden.

Die Menschen in Syrien leben in Furcht und die Christen sind ganz besonders zwischen den Fronten. Der Pfarrer der evangelischen armenischen Gemeinde in Aleppo erklärte wie wichtig den Christen dort der Gottesdienst sei und dass es für viele die einzige Hoffnung ist, die sie noch haben.

Für diese Christen, die ihr Leben riskieren um dem Kind zu begegnen ist die riedensbotschaft so aktuell und notwendig wie noch nie.Ihr Mut ist bewundernswert und kann uns herausfordern.

Durch die Unerschrockenheit dieser Christen ziehen sie leider auch die Aufmerksamkeit des IS auf sich. Aber durch diese Unerschrockenheit kommen auch Leute vom IS zum Glauben an Christus. Und zwar nicht wenige. Wer regiert in unseren Herzen, in deinem Herzen? Ist es die Angst, es könnte dir etwas zustoßen? Oder ist es dieser Jesus, dieses schutzlose Baby, das für DICH in der Heiligennacht geboren ist? Der dich immer wieder herausfordert, so wie es bei den Hirten ebenfalls war, dich zu exponieren und von dem was du mit Jesus erfahren hast, fröhlich weiterzugeben.

Die Hirten wurden durch die Begegnung mit dem Baby verändert. Die Menschen um sie herum haben es wahrgenommen, weil die Hirten ständig von dieser Begegnung erzählten. Ich bin aber auch sicher, dass diese Begegnung ihr ganzes Leben verändert hat. Wie haben sie ab diesem Zeitpunkt ihre Schafe gehütet? Sind sie bessere Hirten geworden? Haben sie die Schafe besser behandelt? Keiner von uns hütet Schafe, aber jeder von euch trägt Verantwortung. Sei es in Familie, Freizeit oder Beruf. Verändert die Begegnung mit dem Kind, diese tägliche Begegnung mit Jesus, euer Handeln? Werdet ihr dadurch zu besseren Menschen? Sehen das die Menschen um dich herum, so dass sie dadurch Gott, den Allmächtigen, Lob und Preis bringen können? Ich wage zu behaupten, dass wenn wir diesem Jesus wirklich begegnen, die Veränderung spürbar sein wird. Am allermeisten aber für Euch selbst.

 

3. Hirten: Sie gehen Heim, preisen und loben Gott

Morgen ist der letzte Weihnachtsfeiertag. Was passierte mit den Hirten, nach dieser weihnachtlichen Begegnung? „Die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.“ Die Hirten hatten eine lebensverändernde Begegnung mit dem Baby. Sie gingen zurück zu ihren Herden, aber nicht, wie sie zum Baby gekommen waren. Sie priesen und lobten Gott, für das, was sie erlebt hatten. Da ist eine Entwicklung bei den Hirten von der anfänglichen Frucht, über die Begegnung hin zur Freude und zum Lob Gottes.

Was passiert mit uns nach den Feiertagen? Hat sich bei dir was verändert? Bist du dem allmächtigen Gott im Baby begegnet, so dass du nun ebenfalls erfüllt davon Gott lobst und preist?

Wenn Jesus dir diese Tage nicht begegnet ist, kann es sein, dass du an der falschen Stelle nach ihm gesucht hast? Noch ist es nicht zu spät. Auch die Weisen aus dem Morgenland suchten zuerst an der falschen Stelle. Aber sie suchten weiter, bis sie Jesus gefunden hatten.

Wo erlebst Du Augenblicke der Herrlichkeit Gottes in deinem Leben? Suche diese Stellen bewusst auf, damit auch bei dir Jesus einkehren kann.

Die Hirten fanden das Kind wohl recht schnell. Und kehrten dann erfüllt von Gottes Freude um und priesen und lobten Gott.

Lasst uns in diesen Tagen, Weihnachten zur Ehre Gottes feiern. Lasst uns die Weihnachtslieder zu seinem Lob singen. Lasst uns an seiner Krippe stehen und singen „Oh Jesu du mein Leben“.

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