Gottes Maßstäbe führen zu Veränderung. Römer 12:1-2

von Edwin Boschmann

Gottes Maßstäbe führen zu Veränderung. Römer 12:1-2

Als wir in das Jahr 2018 gestartet sind, haben wir als Leitungskreis beschlossen das Thema Wertschätzung für dieses Jahr zu fördern. Sicherlich habt ihr das bereits an einigen Stellen gemerkt. Deswegen wollen wir zum letzten Teil des Jahres hin dieses Thema in ganz besonderer Weise in einer Predigtreihe mit 5 Predigten aufgreifen. Und zwar geht es um Römer Kapitel 12. Ich werde heute die ersten 2 Verse beleuchten.

Dazu will ich ein Erlebnis aus meiner vergangenen Woche erzählen. Beim Büro, in der Blumentorstraße, ist es schwierig einen Parkplatz zu finden. Besonders, da direkt neben dem Büro gebaut wird und dadurch Parkplätze gesperrt sind. Vor dem Haus wird auch ein neues Stromkabel gelegt und dadurch fallen weitere Parkplätze weg. So parke ich oft irgendwo hinten in einer Seitenstraße. Das habe ich am Dienstag auch getan, wie immer. Allerdings habe ich nicht gesehen, dass Parkverbotsschilder für diesen einen Tag aufgestellt worden waren, da ein großer Kran abgebaut wurde und die LKW´s den Platz brauchten. So habe ich mich ins Parkverbot gestellt. Als ich dann zu einem Besuch fahren wollte, war bei meinem Auto Chaos. Es standen 2 große LKW´s herum und noch 5 Abschleppfahrzeuge. Die Straße war komplett gesperrt worden. Als ich dann fragte was los sei, wurde ich sehr unfreundlich angemacht, da ich doch da falsch stand. Das gleiche war auch vom Abschleppfahrer der Fall. Als ich aber nicht zurückmeckerte sondern in ein normales Gespräch startete, waren die Leute freundlicher. Ihre Bemerkung: In solchen Fällen werden sie eigentlich immer nur angemeckert und beschimpft. Obwohl sie nur ihre Arbeit tun. Auch wenn die Situation mich geärgert hat, auch wenn sie mir ein Haufen Geld kostete, bleibt die Frage wie ich in solch einer Lage reagiere. Das bestimme immer noch ich. Damit kommen wir zum Bibeltext, den ich bewusst aus der Züricher Übersetzung lese, da sie in diesem Fall den Originaltext besser wiedergibt. Da steht in Römer 12:1-2: „Ich bitte euch nun, liebe Brüder und Schwestern, bei der Barmherzigkeit Gottes: Bringt euren Leib dar als lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer - dies sei euer vernünftiger Gottesdienst! 2 Fügt euch nicht ins Schema dieser Welt, sondern verwandelt euch durch die Erneuerung eures Sinnes, dass ihr zu prüfen vermögt, was der Wille Gottes ist: das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.“ (Züricher)

 

  1. Ein Gott wohlgefälliges Opfer

„Ich bitte euch.“ Das ist ein Appell an unsere Vernunft. Luther und einige andere übersetzen fälschlicherweise „Ich ermahne euch“. Das ist hier sicherlich nicht gemeint, besonders, da das griechische Wort im Alten Testament niemals mit Ermahnung etwas zu tun hat. Somit haben wir ein Appell an unsere Vernunft: Ich bitte euch! Es ist gut, wenn ihr diese Worte bedenkt und danach handelt! Ihr tut gut daran, das zu beherzigen, was ich euch jetzt sage!

Was ist denn nun ein guter Dienst an Gott (Gottesdienst)? Woran hat Gott Freude, wenn er an uns denkt? Es geht in unserem Text darum, wie wir mit unserem Körper gut und gottgefällig umgehen.

Wir werden aufgefordert Achtsam mit dem wichtigsten Gut umzugehen, das uns Gott anvertraut hat. Unserem Körper. Nahrung brauchen wir, aber was ist zu viel oder was ist zu wenig? Alkohol, wo überschreiten wir die Grenze von Genuss zu Missbrauch? Wie sieht es mit Suchtmittel aller Art aus? Wie sieht es mit sexuellen Ausschweifungen aus? Was prägt mich durch mein Sehen, besonders bei der Benutzung von Computer und Fernseher? Unsere Liste könnte beliebig weiter geführt werden. Wir merken: wir alle sind gemeint. Es ist nicht leicht ein ausgewogenes Leben zu führen. Es ist für uns leichter auf der einen oder anderen Art und Weise ein Ungleichgewicht zu haben.

Für mich ist es gerade in den dunkleren Monaten schwer sportlich ausgeglichen zu leben. Ich mag nicht gern bei Schmuddelwetter rausgehen, wenn ich nicht dort eine Aufgabe habe. Monoton im Fitnesscenter immer das Gleiche zu tun finde ich schrecklich. Und sitzen tue ich sowieso schon viel zu viel. Durch das viele Sitzen tue ich meinem Körper sicherlich keinen guten Gefallen. Wie sieht es bei dir aus? Wo ist dein Leben nicht ausgewogen? 

 

2. Nicht das Schema dieser Welt

Wir sollen uns nicht ins Schema dieser Welt fügen. Was ist denn das Schema dieser Welt? Wie bei meinem Falschparken, ist es anscheinend das normale Verhalten, dass man seine Wut an andere auslässt, die doch nur ihren Job machen. Es scheint normal zu sein über andere in ihrer Abwesenheit negativ zu reden. Es scheint oft normal zu sein, unfreundlich miteinander umzugehen. Eifersucht und Neid scheint an der Tagesordnung zu sein. Es scheint normal zu sein, sich über Markenkleidung und neuester Mode zu definieren, auch wenn die inneren Werte alles andere als schön sind. Es scheint normal zu sein, nach Anerkennung zu heischen, auch wenn dabei auf andere runtergetrampelt wird. Es scheint oft der Fall zu sein, dass man mit den Nachbarn Ärger hat. Es scheint leicht und normal zu sein, sich gegen bestimmte Gedanken, Personen und Sachen zu stellen, anstatt positiv seinen eigenen Beitrag zu leisten. Ja, das Schema dieser Welt ist oftmals unser Vorbild, ein sehr schlechtes Vorbild. Und viel zu oft lassen wir uns vom Schema dieser Welt anstecken. Wir machen viel zu oft mit, anstatt uns positiv abzugrenzen.

Gerade habe ich ein solch typisches Beispiel gelesen. Es ging um das Thema Abtreibung und wie viele Christen in dem Bereich ein sehr schlechtes Vorbild sind. Sie positionieren sich gegen Abtreibung ohne den Frauen, die ungewollt Schwanger sind oder diesen Frauen helfen wollen, positiv zur Seite zu stehen. Nur gegen etwas zu sein ist nicht hilfreich. Besonders, wenn man sich nicht persönlich für eine positive Veränderung einsetzt. Unser Glaube definiert sich über das was wir positives tun, nicht über das, was wir lassen! Insofern stellt sich die Frage: Inwiefern prägt mich Gott und das, was ihm wichtig ist? Wo merke ich, dass ich in meiner Umgebung als Wohlgeruch auffalle und bemerkt werde? Ja, wir sind als Christen eine Kontrastgesellschaft. Das hören wir immer wieder. Aber wie bitteschön sieht dieser Kontrast bei mir aus? Ist er tatsächlich wahrnehmbar?

Wenn es um die christliche Botschaft geht, werden wir sicherlich nicht immer gut verstanden. Da teilen wir nicht die gleichen Werte und Gedanken wie viele unserer Mitmenschen. Da ecken wir sowieso schon automatisch an. Aber wenn unser Leben als solches nur negativ auffällt, dann hat das mit der christlichen Botschaft und unserem Zeugnisauftrag als Christen wenig zu tun. Dann sind wir aufgefordert Veränderungen in unserem Leben durchzuführen.

 

3. Erneuerung unseres Sinnes

Erneuerung. Das ist ein urchristliches Anliegen. Die Bibel benutzt dafür ganz unterschiedliche Bilder. Mal werden wir mit Ton verglichen, der vom Töpfer geformt wird und mit der Zeit eine schöne Gestalt annimmt. Mal sind es Steine, die aneinander reiben und dadurch schön und glatt werden. Die Kanten gehen weg. Das ist natürlich ein langer Prozess. Mal werden wir mit Reben verglichen, die erst dadurch gedeihen, dass der Weingärtner die Rebstöcke bearbeitet und stutzt.

Es ist für uns eine Herausforderung geistig fit zu bleiben und Stellen aufzusuchen, wo wir diesem positiven Wachstum ausgesetzt sind. Das kann in Hauskreisen, Bibelstunden oder anderen Treffen geschehen. Das kann im Dialog mit anderen Christen geschehen. Das kann in der persönlichen Auseinandersetzung mit der Bibel geschehen. Oftmals sind es Menschen, die mich korrigieren, auf Denkfehler aufmerksam machen und mich positiv begleiten. Das hat tatsächlich Veränderung und Erneuerung als Folge. Allerdings sind es nicht die Situationen in unserem Leben, die wir gern haben. Veränderung, Erneuerung ist erst einmal immer schwer zu vollziehen und oft schmerzhaft. Wer sich aber diesem Prozess bewusst hingibt, der wird Wachstum erleben und ein angenehmerer Mensch werden. Mit der Zeit vermögen wir dann auch zu prüfen, was tatsächlich der Wille Gottes ist: das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene. Von allein geschieht dieser Prozess nicht.


Jeder von uns ist also gefordert Plätze in seinem Leben zu finden, wo Erneuerung geschehen kann. Es sind Plätze, in denen wir Unterstützung und Herausforderung erleben. Zurzeit ist das für mich vor allem das Treffen von ca. 20 Pastoren zum Gebet und Austausch am Donnerstagmorgen. Dort wird nachgefragt wie es uns geht, als Gemeinde aber auch persönlich. Dort beschäftigen wir uns immer wieder mit Themen, die unser Denken strecken. Oder wir bringen selber solche Themen ein. Dort laden wir regelmäßig Leute ein, die uns herausfordern. Wo sind solche Plätze des Wachstums und der Erneuerung in deinem Leben, in deiner Umgebung? Wo kannst du dich mit anderen reiben und so die Kanten und Ecken aus deinem Leben glatter machen?

Wie bereits gesagt, Menschen die sich solch einem Prozess aussetzen sind angenehme Menschen. Ich bin mir sicher, Gott möchte viel mehr solcher Menschen auf dieser Erde haben. Jeder von uns kann seinen Beitrag leisten, damit dies in seinem Leben geschehen kann.  

 

Hinten liegen Hefte aus, die uns die nächsten 5 Wochen begleiten sollen. Nehmt ein solches Heft mit und arbeitet damit. Es ist eine Möglichkeit sich intensiver mit Römer 12 auseinander zu setzen.
Für die kommende Woche stehen 2 Herausforderungen drin:
- Frage dich in schwierigen Situationen: Was würde Jesus jetzt tun? Und handle entsprechend. Das kann Einiges an Überwindung kosten.
- Lege einen Gegenstand in Deinem Alltag fest, bei dessen Anblick oder Benutzung Du Dich selbst regelmäßig an den guten, wohlgefälligen und vollkommenen Willen Gottes erinnerst. Das kann ein Bändchen, ein Zettel, eine rote Ampel oder die Kaffeemaschine sein.

Es geht diese Woche darum uns bewusst zu werden wie Wachstum in unserem Leben geschehen kann. Und uns dann voller Einsatz in solche Situationen hinein zu begeben, damit wir in unserem Leben mehr und mehr dem Bilde Gottes ähnlicher werden.

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