Worauf gehen wir zu? Josua 1:9

von Edwin Boschmann

Worauf gehen wir zu? Josua 1:9

Jede Familie mit Kindern kennt das. Man startet auf eine Reise und bald kommt die Frage: Sind wir bald da? Wie lange dauert es noch? Wohin fahren wir? Wenn man dann bald da ist, sind dann noch weitere Fragen: Wie sind die Leute? Was gibt es dort zu tun?

Das Kontrastprogramm sind Menschen, die sich nicht auf den Weg machen. Die Devise ist dann: Zuhause im eigenen Bett ist es immer am besten. Jegliche Veränderung birgt dann Angst und Gefahren. Das will man vermeiden.

Es ist nicht immer so leicht und es gibt nicht nur das eine oder das andere Szenario. Und doch sind wir alle unterwegs. Doch stellt sich die Frage: Wohin bist du unterwegs?

Als Christen haben wir kein Horoskop, das uns den Weg vorgibt. Aber wir haben die Zusage Gottes. Gott ist mit uns und macht uns auch bereit, nötige Schritte zu gehen. In Josua 1:9 haben wir die Zusage: „Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und unverzagt seist. Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst.“

Gott geht mit uns und macht uns Mut, mutige Schritte in unserem Leben zu gehen. Viele von euch sind gerade jetzt in solchen mutigen Prozessen.Viele mutige Entscheidungen müssen getroffen werden. Wohin bist du unterwegs?

 

 1.                 Das gleiche Erlebnis, unterschiedliche Reaktionen

Exodus: Zwei Episoden. Als erstes: Das Volk Israel, als es in der Wüste war, musste auf die Kundschafter reagieren, die Kanaan erkundet hatten. Nur Josua und Kaleb trauten Gott zu, dass er ihnen helfen würde (4 Mose 13). Und das, obwohl die klare Zusage Gottes da war, dass ER mit ihnen gehen würde. Die Konsequenzen waren hart, sehr hart. Das Volk Israel musste weitere 40 Jahre durch die Wüste marschieren, bis die Dickköpfe des Volkes Israel alle gestorben waren, bevor die junge Generation ins gelobte Land einziehen durfte.

Ein paar Dinge faszinieren mich ganz stark an diese Geschichte. Gott stellt sich sehr wohl auf die Menschen ein! Sie wollten nicht nach Kanaan, gut, dann sollen sie das auch nicht müssen. Sie selber wählen ihr Elend durch ihren Unglauben. Trotzdem hat Gott mächtig im Volk gewirkt! Trotzdem verlässt er sie nicht und geht mit ihnen!

Als die alte Generation gestorben war, die so stark an Gott gezweifelt hatte, bekommt das Volk Israel nochmals die Möglichkeit, ins gelobte Land einzuziehen. Das war kein leichtes Unterfangen und Josua brauchte dafür ganz viel Zuspruch von Gott. Gott sagt ihm: „Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und unverzagt seist. Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst.“ Die Aufgabe war nicht leichter geworden. Der Auftrag war der Gleiche wie vorher. Aber nun ist eine neue Generation aufgewachsen, die sich auf diese Aufgabe einlässt. Wohl gemerkt, es lag nicht nur am Leiter. Moses wäre sehr wohl ins gelobte Land gezogen. Das war sein sehnlichster Wunsch. Er hat nicht an Gott gezweifelt. Es war das ganze Volk welches Gott angezweifelt hatte.

Wo stehst du in deinem Leben vor Herausforderungen? Du hast wahrscheinlich nicht so einen klaren Auftrag wie die Einnahme des ganzen Landes. Und doch hast du Herausforderungen zu meistern, die du mit Gottes Hilfe meistern sollst und musst. Und wenn Veränderungsprozesse anstehen, wie stellst du dich dazu? Wo treiben dich Ängste oder Zweifel um? Zum Beispiel beim Suchen einer neuen Arbeitsstelle, oder dem Aussuchen des Pflegeheimes, in den du ziehen willst und musst? Murrst du wie das Volk Israel? Oder packst du die Herausforderungen an, auch wenn dir das Herz verzagt? Auch uns gilt die Zusage Gottes für unsere Landnahmen. Trauen wir ihr, oder schreckt uns die Veränderung?

Wo stehst du persönlich? Welche Veränderungen sind bei dir persönlich notwendig, damit dein Kurs mit Gottes Kurs übereinstimmt? Welche Glaubensschritte oder andere Schritte, mutige Schritte, sind für dich dran, damit du auf Kurs bleibst?

 

2. Gott geht mit!

Ich habe es bereits erwähnt, aber es lohnt sich doch, nochmals genauer hinzuschauen. Egal was, Gott verlässt nicht sein Volk. Auch wenn das Volk Israel halsstarrig war und stur ohne Ende, hat Gott sie nicht verlassen. Ja, die alte Generation musste sterben, bevor die junge Generation die Glaubensschritte gehen konnte, die notwendig waren. Das soll mir immer eine Warnung sein, nicht junge Leute in ihrem Glauben zu blockieren. Sonst könnte es durchaus sein, dass Gott auch wartet bis ich tot bin, bis junge Leute die nötigen Schritte im Glauben gehen können. Auch das gibt es heute noch in Gemeinden. In einer drastischen Art und Weise ist mir noch in Erinnerung, wie ein uralter Gemeindeleiter in einer Mennonitengemeinde in Espelkamp meinte eine Taufe durchführen zu müssen, und dabei rechts und links von Helfern gestützt werden musste, damit er nicht umfällt. Wie traurig! Diese Person musste damals erst sterben, bevor viele dringende Veränderungen in der Gemeinde durchgesetzt werden konnten.

Trotzdem: auch damals in dieser Mennonitengemeinde hat Gott die Gemeinde nicht verlassen gehabt. Auch in dieser Gemeinde war Gott am Handeln. Gott geht mit uns.

Es geht natürlich nicht um das Alter, denn es gibt alte Menschen, die sehr gut mit Veränderungen umgehen können und Junge, die dies nicht tun.

Und doch: es ist nicht egal, was wir tun und ob wir was tun. Gott hat Zeit, wenn es notwendig ist. Aber wir können sehr wohl Förderer im Reich Gottes sein, oder wir können auch nötige Veränderungsprozesse behindern. Das heißt nicht, dass alle Veränderungsprozesse automatisch gut sind. Es bedeutet aber, dass wir immer wieder auf Gott hören müssen und sehen müssen, was persönlich dran ist. Gott ist für dich und mich relevant. Wir müssen uns den Veränderungen, die an uns herangetragen werden stellen um selber relevant zu bleiben. Das bedeutet nicht, dass man alles mitmacht oder gar gut heißt. Aber doch sind wir Teil unserer Gesellschaft und müssen mitreden können.

Wie kannst und musst du dich verändern, um auf den Stand unserer Gesellschaft zu sein? Bleib mutig und stark. Zieh dich nicht zurück. Gott geht mit dir.

 

3. Sei unverzagt

Der Titel der Predigt ist: Worauf gehen wir zu? Vorab will ich eins sagen: „Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und unverzagt seist. Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst.“

Was lässt dich verzagen? Wovor hast du Angst? Ist es die zunehmende Islamisierung mit Terrorattacken die dich lähmt? Ist es die Angst, im Alter die Selbständigkeit zu verlieren? Sind es existenzielle Ängste um Geld, Gesundheit oder Arbeitsplatz? Hast du Angst vor der nächsten Klassenarbeit, oder Angst, in der Klasse nicht angenommen zu werde. Hast du Angst, dass die Leute sich nicht für dich interessieren? Oder hast du Angst, dass du keine Lebenspartner oder gute Freunde bekommst? Wir brauchen keine Angst haben.

Strategien um Angst zu bekämpfen gibt es viele in unserem Land. Es gibt Rentenversicherungen, Krankenversicherungen, Unfallversicherungen, Arbeitslosenversicherungen und ganz, ganz viele andere Versicherungen. Es gibt Lebensberater, Motivationsberater, Eheberater, Finanzberater. Es gibt Berater für alle Lebenslagen. All das kann gut für uns sein – ist aber nicht unsere Zuversicht auf die wir vertrauen sollten. Wenn die Herausforderungen zu groß scheinen, Gott geht mit uns. Er will uns ein leidenschaftliches Herz geben. Er will uns einen Glauben geben, dass wir mit ihm unsere vor uns liegenden Aufgaben bewältigen können. Egal wie groß sie scheinen mögen. Egal wie unmöglich sie scheinen mögen. Gott lässt uns nicht im Stich.

 

Worauf steuern wir zu? Schlussendlich auf Jesus und auf sein Reich, das hier in unserer Mitte bereits begonnen hat. Müssen wir denn Angst haben? Nein, wir dürfen froh und mutig mutige Schritte in unserem Leben gehen. Er geht mit. Was kann uns da schaden? Auch wenn zeitweise alles bei uns daneben zu gehen scheint – Gottes Zusage bleibt und gilt jedem einzelnen von uns auch heute: „Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und unverzagt seist. Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst.“

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