Wenn die Stille bleibt. Psalm 4:2 und Estherpassagen

von Edwin Boschmann

Wenn die Stille bleibt. Psalm 4:2 und Estherpassagen

Der heutige Predigttext ist kein einfacher, wenn wir lange auf Gottes Reden warten. In Psalm 4:2 steht: „Erhöre mich, wenn ich rufe, Gott meiner Gerechtigkeit, der du mich tröstest in Angst; sei mir gnädig und erhöre mein Gebet!“

 Unsere Zeit ist so aufregend, dass man die Menschen eigentlich nur  noch mit Langeweile schockieren kann.  (Samuel Beckett, irisch-französischer Schriftsteller 1906-1989)

 Wie wäre es mit Stille, statt Langeweile? Es ist nicht meine Absicht, Euch zu schockieren. Aber Stille kann auch ganz schön schockierend sein. Nämlich… Wenn die Stille bleibt. Vielleicht länger, als wir es uns wünschen.

 40 Tage lang beschäftigen wir uns mit Menschen der Bibel, die Gott in der Stille begegnet sind. Vor vier Wochen ging es um einen Taubstummen, der wie kein anderer wusste, was echte, reale Stille ist. Danach Jesus mit drei seiner Jünger auf dem Berg im zurückgezogenen Gespräch mit Mose und Elia. Wir haben über Hanna und Samuel gesprochen. Und letzte Woche ging es um Maria. Sie wird auserwählt, Jesus Mutter zu sein, zieht sich zurück und bereitet sich drei Monate in der Stille auf die große Aufgabe vor, Gottes Sohn als Mensch zur Welt zu bringen.

 

1.      Esther handelt ohne Gottes klare Ansage

Heute geht es wieder um eine Frau. Eine wunderschöne Frau, wenn Ihr mir die Nebenbemerkung gestattet. Vermutlich keine Nebenbemerkung ohne Bedeutung. Denn ihre Schönheit war eines der auslösenden Elemente Gottes großer und schwerer Beauftragung an sie.

 Also, liebe Frauen – überlegt Euch gut, was von beiden Ihr sein wollt:

Einfach „nur“ schön oder atemberaubend schön.  Seht selbst…

Persien vor  2500 Jahren!

Ein riesiges Reich mit einer Ost-West-Ausdehnung, die größer war, als die Distanz zwischen Bremen und New York, mit dem einzigen, aber nützlichen Unterschied, dass man sich auf der Distanz in Persien deutlich besser zu Fuß bewegen konnte.

Persien erstreckte sich von Äthiopien nach Indien. Oberster Chef vom Ganzen war Ahasveros. Auch genannt Xerxes. Xerxes war ein mächtiger König. Xerxes war allerdings auch ein wenig verrückt. Aber auch das überrascht nicht! Man braucht schon eine besondere genetische Disposition, um einen derart gigantischen Machtbetrieb beherrschen zu wollen. „Normale“, zufriedene Menschen lassen die Finger von solchen Unternehmungen. Andrerseits hatte Xerxes die Regentschaft von seinem Vater übernommen. Vielleicht war das „Unternehmen“ deshalb gar nicht so freiwillig. Xerxes erste Frau verweigerte ihm öffentlich ihren Gehorsam. Da muss schon einiges vorher gelaufen sein, wenn man sowas am Königshof des Riesenreichs machte. Sie hat das überlebt, wurde geschieden und jetzt suchte Xerxes eine neue Frau.

Und Ihr ahnt es: Schön sollte sie sein! Nun ja - und jung! Das Übliche eben. Esther, eine jüdische Waise, die von ihrem Pflegevater betreut wurde, kam so an den Hof des Königs und wurde mehrere Monate auf die erste und alles entscheidende Nacht mit dem König vorbereitet. Wie viele andere hübsche junge Frauen wurde sie schließlich dem König gebracht. Und Esther muss sehr überzeugend gewesen sein! Sie hatte das große Glück, dass er sie nach der gemeinsamen Nacht nicht für immer in seinem großen Harem als eine unter vielen einschloss, sondern sie zu seiner Ehefrau machte. Esther wurde Königin von Persien. Königin des damals mächtigsten Reichs auf Erden. Und niemand wusste, dass sie Jüdin war. Ihr Pflegevater Mordechai lebte in der Nähe und blieb mit ihr unauffällig in Kontakt.

Und jetzt erst entwickelt sich der spannende Teil der Geschichte…Mordechai wurde eines Tages unfreiwillig Zeuge einer Verschwörung gegen den König. Zwei Leibwächter planten einen Anschlag auf den Despoten. Mordechai erzählte Esther davon und so wurde der Plan der beiden Attentäter vereitelt. Das Leben des Königs wurde gerettet. Und der Fall wurde in die königlichen Chroniken aufgenommen. So die Ultra-Kurz-Fassung! Im Detail war das ein echter „Agenten-Coup“. Aber leider nur „Teil 1“. Irgendwie haftete an Mordechai die Rolle des „Vermittlers in gefährlicher Mission“. Ihr kennt das aus Krimis und Thrillern: erfolgreiche Agenten kommen nie zur Ruhe. Immer dann, wenn sie annehmen, der Fall sei gelöst und sie den Rückzug in die Idylle des Eigenheims genießen wollen, drängt sich ein neuer Auftrag in ihr Leben. Agenten haben Feinde. Immer! Mordechai auch. Haman war der höchste Regierungsbeamte am Hofe des Königs. Er gehörte zu dieser weit verbreiteten Sorte Menschen, denen Macht, wenn einmal in der Hand, zu Kopf steigt. Ein vollkommen gewöhnlicher Mensch also. Haman hatte diese Allüre, von den Menschen zu erwarten, dass sie sich vor ihm tief verbeugten, wenn sie ihm begegneten.

 Mordechai beugte seine Knie nicht vor Haman. Diese Ehre wollte er nur einem erweisen: Gott! Haman fand das gar nicht gut! Ihn ärgerte das so sehr, dass er einen teuflischen Plan austüftelte. Mordechais Verweigerung des Kniefalls machte ihn so sehr wütend, dass er seinen Zorn gleich auf alle Juden ausweitete. Dem Volk, zu dem Mordechai gehörte. Das war bekannt. Also wollte Haman sich gleich am ganzen Volk rächen. Er plante einen Vernichtungsschlag gegen das jüdische Volk, einen Holocaust. In allen 127 Provinzen des Königreichs, von Indien bis Äthiopien, sollten an einem einzigen Tag alle Juden getötet werden. Ein riesiges Volk ausrotten, weil irgendein Nachbar keinen Knicks vor mir macht? Alle Juden sollten getötet werden.

Kommt uns das bekannt vor? Wir !!!  …Das Deutsche Volk haben genau diesen Wahnsinn unternommen! Mit entsetzlichen Folgen! Magst Du jetzt noch den Kopf schütteln über den verrückten Haman? Und sicherlich haben viele Christen in Deutschland und weltweit damals gebetet, dass dieser Wahnsinn schnell aufhören möge.

Haman erreichte es, dass Xerxes die Anordnung, das jüdische Volk auszurotten, unterschrieb. Damit war das Vorhaben rechtsgültig. Gleichzeitig passierte Folgendes:

Es war Nacht. Der König konnte nicht schlafen und ließ sich aus den Büchern der Chronik vorlesen. Er stieß auf die Stelle, an der von der Vereitelung eines Attentats gegen ihn selbst die Rede war. Er fragte, ob der Mann, der von dem Komplott berichtet und ihm damit das Leben gerettet hatte, schon belohnt worden sei. In dem Moment kam Haman zum König. Und der König bat ihn um Rat: „Was soll man dem Mann Gutes tun, den der König in besonderer Weise ehren will?“ Oho! Was für ein schöner Tag, dachte sich Haman! Er ging davon aus, dass er selbst gemeint war und schlug logischerweise vor, was ihm selbst gefallen würde: Der Mann, den der König ehren würde, sollte ein Gewand des Königs tragen, auf einem Pferd des Königs reiten und von einem hohen Beamten über den Hauptplatz geführt werden, der dann ausruft: „So ehrt der König einen Mann, der sich besondere Verdienste erworben hat!“

 Klingt ein wenig schräg, oder? Aber genau das ist es doch, was die Welt toll findet… Öffentliche Aufmerksamkeit! Im Fernsehen sein! In der Zeitung! Im Reichstag! Auf Youtube viele follower haben! Haman ein Irrer? Keinesfalls! Haman war ein ganz gewöhnlicher Mensch mit Bedürfnissen, die in allen von uns schlummern. Zugegeben in der Ausgestaltung schon etwas skurril. Sagen wir, Haman war ein ganz normaler Freak. Und dann kommt‘s: Mordechai war gemeint und Haman hatte die zweifelhafte Ehre, ausgerechnet das Objekt seines Hasses öffentlich auf dem Pferd durch die Stadt zu führen. Mordechai- Hamans Feind-  in einem Gewand des Königs. Katastrophe!

 Dennoch: Es gab weiterhin den Befehl, die Juden zu vernichten. Esther erfuhr davon und musste reagieren. Und sie saß jetzt in der Zwickmühle: Würde sie passiv bleiben, würde das Volk der Juden, also ihr Volk, vernichtet werden. Würde sie aktiv auf den König zugehen, riskierte sie ihr Leben, denn sie durfte nur nach Aufforderung vor ihren Mann treten. Das wollte Esther nicht aus dem Bauch heraus entscheiden.

Also bat sie alle Juden in Susa (Hauptstadt von Persien), zu beten und zu fasten.

Dann wurde sie aktiv, brachte ihr Leben in Gefahr und trat ungerufen vor Xerxes. Dieser war ihr gut gesonnen und hörte ihr zu. Esther lud den König, und Haman zum Essen ein. Zweimal. Und beim zweiten Mal erzählte sie ihrem Mann davon, wie es dazu kam, dass Haman diesen teuflischen Plan ausgeheckt hatte und dass er ihr Volk, das Volk der Juden, vernichten wollte. Der König war entsetzt und ließ Haman hinrichten an genau dem Balken, den Haman für Mordechai hatte aufstellen lassen.

 Eine Geschichte mit einem glücklichen Ende. Deshalb feiern die Juden bis heute ein großes Fest, um an die Verhinderung dieses ersten möglichen Holocaust zu denken.

Das Purim-Fest.

 

2. Aufruf zum Fasten und Beten

Was hat das alles mit uns zu tun? Wieso diese Geschichte in unseren 40 Tagen, in denen wir etwas über Stille lernen wollen? Die Geschichte erlebt ihr fulminantes Happy End, nachdem eine Frau Gott in der Stille erlebt hat! Und in diesem Fall hat Gott in sehr eigentümlicher Weise geredet. Esther steckte in diesem furchtbaren Dilemma, ihr Volk retten zu wollen und dabei ihr Leben aufs Spiel setzen zu müssen. Sie hat ihr Volk mobilisiert und zwar nicht für einen Feldzug. Sie hat das jüdische Volk mobilisiert, sich in die Stille vor Gott zurück zu ziehen. Eine gigantische Stille-Aktion! Dagegen scheint unsere Kampagne „Stille - 40 Tage Gott erleben“ sehr bescheiden zu sein. Das war ein Spektakel! Ein ganzes Volk sucht im Gebet die Stille vor Gott! Und dann hat Gott geredet. Aber nicht, wie wir es uns wünschen. Auch nicht so, wie Esther es sich gewünscht hätte. Da war keine Schrift an der Wand. Keine Donnerwolke, aus der Gott sprach. Gott hat durch das Leben Esthers geredet. Sehr deutlich. Ihre Präsenz am Palast des Königs war Teil eines großen Plans. Teil einer gigantischen Rettungsaktion. Geboren aus der Stille. Ich bekomme Gänsehaut, wenn ich diese Geschichte lese.

 Wir stehen oft vor Entscheidungen in unserem Leben und warten auf Antworten von Gott, die nicht zu kommen scheinen. Wir lesen in der Bibel, wir beten, wir fragen andere Menschen, aber all das bringt uns nicht weiter. Kennst Du das? Manchmal verstehen wir Gott nicht mehr. Unsere Ideen von einem guten Leben und seine Führung passen so gar nicht zusammen. Und wenn wir dann bei ihm eine Antwort suchen, bleibt er anscheinend stumm. Geschieht das bei dir auch? Interessant ist bei Esther: Gott bleibt auf für uns irritierende Weise gerade dann stumm, wenn alles nach seinem Plan läuft. Wenn er uns führt und vorbereitet auf etwas, von dem wir noch gar keine Ahnung haben. Wenn wir in den Umständen sein Reden verstehen und reagieren.

 Die Juden im persischen Reich begannen nach Esters Aufforderung damit, zu fasten und zu beten. Sie brachten ihre Sorgen und Ängste vor Gott. Und sie müssen  entsetzliche Angst gehabt haben. Immerhin sollten sie Opfer eines Massenmordes werden. Sie zogen sich zurück in die Stille und fasteten und beteten. Und Gott erhörte ihre Gebete. Auf seine Art.

 Das Volk Gottes betet und fastet. Aber erst einmal geschieht gar nichts.

Jedenfalls nichts Sichtbares. Alles bleibt beim Alten. Haman plant immer noch sein Massaker an den Juden. Er lässt in seinem Garten einen Galgen aufstellen, an dem er seinen Feind Mordechai töten will. Gott scheint stumm zu bleiben. Kein Aufschrei aus dem Himmel!  Kein Aufruf zur Umkehr!  Keine Botschaft an Xerxes!  Gott schweigt.

 Esther stand vor dieser entsetzlichen Entscheidung: Da wäre guter Rat teuer gewesen. Ein Zeichen vom Himmel. Gottes Machtwort und Haman bekommt das Urteil, das er verdient. Wäre doch ein Leichtes gewesen. Aber Gott redet anders.

Unsere Kategorien sind oft viel zu einfach.

Gott hat die Juden im Perserreich durch Esther vor einem entsetzlichen Holocaust bewahrt. Preis dem Herrn! Und Gott hat einen entsetzlichen Holocaust vor 70 Jahren zugelassen. Schrecklich. Ist das etwa nicht derselbe Gott?

 Doch, es ist derselbe Gott!

Es ist der souveräne Gott, der zu heilig ist, als dass wir ihn in unseren schlichten, menschlichen Kategorien packen könnten. Es ist der Gott, der uns als Krönung der Schöpfung als sein Ebenbild geschaffen hat, aber ganz bestimmt nicht, damit wir ihm hinterher sagen, wo es langgeht.

 Und jetzt setzt das Geheimnis ein, das im Fall von Esther zu einer der sensationellsten Rettungsaktionen der Menschheitsgeschichte geführt hat.

Ein ganzes Volk wird vor dem Genozid gerettet!

 Esther hat verantwortungsvoll gehandelt, ohne einen spektakulären Auftrag Gottes.

Esther, diese bezaubernd schöne Frau, die es sich hätte gemütlich machen können im Königspalast, die sich als unentdeckte Jüdin am Nektar der Amnestie hätte laben können, diese Frau riskiert alles. Keine Schrift an der Wand. Kein Reden Gottes.

 Ihre tiefe Beziehung zu Gott und ihre Liebe zu ihrem Volk  <Gottes Volk>  war Anlass genug für Esther, zu agieren und alles auf eine Karte zu setzen!

 Ich kenne auch heute bezaubernd schöne Frauen, auch hier auf dem Thomashof, die nicht warten, bis Gott im Donner zu ihnen spricht, sondern aktiv werden und für den Höchsten und seine Sache einstehen, auch und gerade dann, wenn er still bleibt. Übrigens: Ich kenne auch solche Männer.

 

3. Stille, die bleibt

Als Christen lernen wir allerdings auch, dass nicht alle Gebete erhört werden. Manchmal haben wir den Eindruck, dass Gott allen anderen Menschen hilft, nur mir nicht. Kennt Ihr das?

  • Wir erleben, dass Gott zu anderen spricht, nur ich höre oder sehe nichts.
  • An mir scheint er nicht interessiert zu sein.
  • Meine Gebete bleiben an der Zimmerdecke hängen.
  • Die Frage nach dem „Warum? Warum ich?“ schleicht sich in unsere Gedanken ein und mit ihnen kommt das Selbstmitleid, das uns alle Freude und Hoffnung nimmt.

Dabei können wir davon ausgehen: Gott hört unsere Gebete!   Und er erhört sie auch! Aber auf seine Weise!

 Wenn Eltern auf jeden Wunsch ihrer Kinder sofort eingehen würden, wären die Kinder arm dran. Manchmal müssen Eltern ihren Kindern bestimmte Dinge verwehren, weil sie ihnen schaden würden. Kinder haben nicht von Geburt an den Überblick, ihre Wünsche sind erst einmal einfach, schlicht und egoistisch.

Das eigene, unmittelbare Wohlergehen steht im Vordergrund. Das beginnt mit dem dezibelgewaltigen Geschrei, wenn der Hunger sagt: „Milch! Jetzt! Sofort!“ 

Und es kultiviert sich etwas später    > ohne Babygebrüll    > aber nach dem gleichen Schema: „Ich will die Playstation! Jetzt! Sofort!“

Gute Eltern nehmen die Wünsche ihrer Kinder sehr ernst und erfüllen die, die dem Kind guttun und die es weiterbringen. Nicht jede Antwort der Eltern ist einem Kind sofort einsichtig. Aber mit zunehmendem Alter und wachsender Lebenserfahrung ahnt man, was die Eltern geleistet haben und wie sie sich bemüht haben, alles richtig zu machen, jedenfalls im Idealfall. Wie viel mehr weiß Gott, was gut für uns ist?!!

 So ging es mir in der vergangenen Woche. Ich telefonierte mit einem sehr guten Freund in Bad Pyrmont. Er erzählte mir, dass der 5- jährige Sohn seiner einen Tochter Leukämie hat. Ein Schlag ins Gesicht. Warum das? Was soll daran gut sein? Kennt Ihr solche Situationen? Habt Ihr schon einmal totale Stille erlebt? War das gut? Im Gespräch mit Gott kann es dauern, bis eine Antwort kommt. Manchmal bleibt die Stille. Scheinbar unerträglich lang.

Wenn ich mit Gott im Gespräch bin und es kommt seine Antwort nicht, dann ist das hart. Aber ich respektiere Gottes Schweigen. Er hat mehr als reichlich geredet und wir haben diesen Schatz seines Redens in der Hand. Und das in allen nur erdenklichen Varianten: Luther, Schlachter, Elberfelder, Die Gute Nachricht, Hoffnung für alle, Volx-Bibel, etc…  Gottes Reden in jeder nur erdenklichen Art, Deutsch zu sprechen. Was für ein Schatz! Gottes Reden! In Schriftform! Nachlesbar! Immer wieder!

 Es ist erstaunlich, wie zwiespältig unser Bedürfnis nach Stille daher kommt. Wenn Gott nicht gleich auf unsere Anfragen reagiert, schafft das in uns eine Spannung, die manchmal schwer auszuhalten ist. Dabei schätzen wir sie doch so sehr!  Die Stille.

 Menschen suchen Ruhe. Menschen suchen Stille. Und die Stille scheint uns ein wenig fremd geworden zu sein. Merken wir noch den Krach um uns herum?

Geht’s auch mal ohne Radio? Geht’s auch mal ohne Gerede? Stille kommt in der Regel nicht von sich aus. Aber wenn sie kommt, dann könnte es sein, dass sie bleibt – länger, als es uns recht ist. Gott wirklich intensiv begegnen, das geschieht oft nur in der Stille. Aber manchmal bleibt es ganz entsetzlich still und wir haben den Eindruck, Gott hat mit dem Reden ganz aufgehört.

 Wenn die Stille bleibt, kommen die Grenzerfahrungen. Dann stellen wir unseren Gott oftmals in Frage. Wenn am Ende eben doch Krankheit und Tod bleiben. Doch nicht stark genug geglaubt? Das legt das Todes-Schicksal in die Verantwortung des Menschen. Was für eine grausame Fehlinterpretation biblischer Heilungsgeschichten. Christen erleben Leid, Unfall, Krankheit und Tod genauso wie Menschen, die nicht mit Gott leben.

 Wenn die Stille bleibt, ist Gott nicht weg. Er ist da. Er hat einen Plan. Und wenn wir nicht so entsetzlich neugierig wären, würden wir ihm vertrauen, dass sein Plan gut ist, so wie ein Kleinkind seinen Eltern vertraut, dass sie es mit Milch und Möhrenbrei versorgen.

 Andererseits  -  Neugier ist was Wunderschönes! Ich will doch DEN verstehen, der mich erschaffen hat! Ich will eine Beziehung mit meinem Schöpfer. Ganz tief und innig. Ich will seinen Plan verstehen, um entsprechend handeln zu können.

 Lassen wir uns darauf ein, Gott die Führung zu überlassen?

Lassen wir uns darauf ein, Gott unseren Respekt zu schenken?

Lassen wir uns darauf ein, Gott zu ehren, indem wir die Stille aushalten, bis SEIN Plan greift?

  •  Ich wünsche uns, dass wir tiefe Lust empfinden, aktiv zu werden, mit oder ohne Gottes sichtbarer Führung in unserem. Wo geschieht das bei dir, das du aktiv wirst und im Sinne Gottes handelst, obwohl du keine konkrete Anweisung von „Oben“ bekommen hast?

 

  • Ich wünsche Euch und mir, dass wir lernen, Gott rückhaltlos zu vertrauen. Manchmal werden wir im Nachhinein sehen, wie Gott in für uns schwierige Situationen gehandelt hat. Wir können aber, wie Esther, Fasten und Beten auch wenn wir in dem Augenblick keine Wunder sehen.

 

  • Ich wünsche Dir und mir, dass wir lernen, Gottes Reden in stiller Faszination zu lauschen und es auszuhalten…

 …Wenn die Stille bleibt!

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