Was beinhaltet Nachfolge Jesu? Lukas 10:1-9+17-20

Dienstag, 27. September 2016 von Edwin Boschmann

Was beinhaltet Nachfolge Jesu? Lukas 10:1-9+17-20

Heute ist ein besonderer Gottesdienst. Wir feiern die Taufe von Adriana. Sie ist ja, außer den ersten 3 Jahren ihres Lebens, hier in der Gemeinde groß geworden. Als Vater bin ich besonders dankbar für diesen Tag.

Die Taufe ist der Beginn einer lebenslangen Reise in die Nachfolge Jesu. Jesus ist, im Text von Lukas 10, auf seiner letzten Wanderung nach Jerusalem. Es ist seine letzte Möglichkeit, seinen Jüngern Nachfolge zu erklären. Er zeigt seinen Jüngern, dass das Reich Gottes eine direkte Auseinandersetzung mit dem Reich Satans ist. Gottes Reich, ein Reich das Frieden, Versöhnung und Wiederherstellung bringt, befindet sich in Opposition zu einem Reich das bindet, verletzt, zerstört. Adriana, mit diesem Tag, entscheidet sich diesen Weg des Friedens, der Versöhnung und der Wiederherstellung zu gehen. Doch nun zum Text. Dort steht:

„Danach setzte der Herr weitere zweiundsiebzig Jünger ein und sandte sie je zwei und zwei vor sich her in alle Städte und Orte, wohin er gehen wollte, und sprach zu ihnen: Die Ernte ist groß, der Arbeiter aber sind wenige. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter aussende in seine Ernte. Geht hin; siehe, ich sende euch wie Lämmer mitten unter die Wölfe.

Tragt keinen Geldbeutel bei euch, keine Tasche und keine Schuhe, und grüßt niemanden unterwegs. Wenn ihr in ein Haus kommt, sprecht zuerst: Friede sei diesem Hause! Und wenn dort ein Kind des Friedens ist, so wird euer Friede auf ihm ruhen; wenn aber nicht, so wird sich euer Friede wieder zu euch wenden. In demselben Haus aber bleibt, esst und trinkt, was man euch gibt; denn ein Arbeiter ist seines Lohnes wert. Ihr sollt nicht von einem Haus zum andern gehen. Und wenn ihr in eine Stadt kommt und sie euch aufnehmen, dann esst, was euch vorgesetzt wird, und heilt die Kranken, die dort sind, und sagt ihnen: Das Reich Gottes ist nahe zu euch gekommen.“

„Die Zweiundsiebzig aber kamen zurück voll Freude und sprachen: Herr, auch die bösen Geister sind uns untertan in deinem Namen. Er sprach aber zu ihnen: Ich sah den Satan vom Himmel fallen wie einen Blitz. Seht, ich habe euch Macht gegeben, zu treten auf Schlangen und Skorpione, und Macht über alle Gewalt des Feindes; und nichts wird euch schaden.

Doch darüber freut euch nicht, dass euch die Geister untertan sind. Freut euch aber, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind.“

 

  1. Beten und gehen

Die erste Aufgabe, die die Jünger Jesu hier erhalten, ist für Menschen zu beten, dass sie sich in Gottes Reich engagieren. Das ist auch unser Gebet heute. Dass sich Menschen rufen lassen, auch aus unserer Mitte, egal wo sie sind, egal ob jung oder alt. Dass Christen die Nachfolge Jesu höher einstufen als alles andere im Leben. Ist das euer Gebet? Es ist ein gefährliches Gebet. Es könnte euch selber treffen.

Direkt nach dem Auftrag für Menschen zu beten, dass sie sich in Gottes Angelegenheiten engagieren, kommt der zweite Auftrag. „Geht hin; siehe, ich sende euch wie Lämmer mitten unter die Wölfe.“ Somit ist das vorangegangene Gebet nicht abstrakt und weit entfernt. Es geht nicht darum, dass wir beten, dass irgendjemand sich aus unserer Mitte in die Mission rufen lässt, damit wir in Ruhe gelassen werden. Missionare werden zwar auch gebraucht, aber darum geht es nicht hier im Text. Nein, dieses Gebet richtet sich direkt und ganz konkret an alle Jesusnachfolger. Ja, wir wollen dafür beten, dass Menschen sich in die Mission Gottes rufen lassen. Aber auch, ja, wir selber sind dann auch bereit die nötigen Schritte der Nachfolge Christi zu gehen. Wir selber sind bereit, unsere Häuser zu verlassen oder zu öffnen, um anderen Menschen zu begegnen. Wir verlassen unsern Komfortbereich, damit andere Menschen die Freude und Freiheit erleben können, die wir in Christus erleben.

Wenn du heute hier vom Gottesdienst gehst, bist du dann so ein gesandter Jesu? Oder ist dein Gebet ein Gebet für andere, damit du in Ruhe gelassen werden kannst?

 

2. Friede sei diesem Hause

Wenn du aber von hier gehst, welches ist deine Botschaft? Die Jünger Jesu damals hatten eine klare Botschaft. Beim Einkehr in ein fremdes Haus sollten sie sagen: „Friede sei diesem Hause.“ Dann würde sich damit entscheiden, wer ein Mensch des Friedens ist und wer nicht. Wer es nicht ist, das ist nicht unser Arbeitsfeld. Um diese Leute sollen wir uns nicht kümmern. Sie sind von unseren Aussagen und Bemühungen sowieso eher gekränkt und aufgebraucht. Diese Menschen müssen ihren Weg selber finden. Aber wo es Menschen gibt, die Frieden im Herzen tragen, die interessiert sind und hören, da können wir die Botschaft Jesu, des Friedensfürsten, verkünden. Nicht etwa, dass dort alles schon stimmt. Es gibt Krankheiten, es gibt Belastungen, es gibt Bindungen, auch dämonische Bindungen. Wie damals, ist unser Auftrag, und davon bin ich fest überzeugt, Heilung und Befreiung von Bindungen, auch von dämonischen Bindungen zu verkünden. Ja, wir sehen davon wenig in Deutschland. In anderen Ländern geschieht das mehr. Trotzdem ist das unser Auftrag.  

Wir sind gerufen, in diesen Bereichen zu wirken und die Freiheit in Christus zu verkünden.

Praktisch bedeutet es, dass jeder von uns, der sich als Nachfolger Jesu bezeichnet, wenn er von hier weg geht, seinen Einflussbereich hat. Freunde, Bekannte, Verwandte, Nachbarn, Arbeitskollegen, Mitschüler. Einige davon sind interessiert von Jesus mehr zu erfahren. Sie wollen den Friedensweg gehen, den Jesus anbietet. Ihnen sollen wir auch den Frieden zusprechen, mit ihnen gehen, mit ihnen essen. Mit ihnen Shalom auf dieser Erde gestalten. Dabei geht es um ein ganzheitliches gesellschaftliches Wohlbefinden. Wir sollen ihnen helfen, Heil in Jesus zu finden und wir sollen ihnen helfen, Heilung in Jesus zu erleben. Und mit ihnen sollen wir unsere Erde zu einem besseren Ort machen. Als Gemeinschaft. Für solche Menschen ist das Reich Gottes nahe gekommen. Darüber dürfen wir uns freuen.

 

3. Freudige Rückkehr

Nach der Rückkehr ihrer Missionsreise berichten die Jünger von dem, was sie erlebt haben. Sie waren voller Freude. Sie hatten so viel zu berichten. Gott hatte so viel in ihrer Mitte getan. Böse Geister waren ausgetrieben worden, Kranke geheilt. Das waren neue Erlebnisse für die Jünger. Das hatten sie bis jetzt noch nie so erlebt.

Unser Leben in der Nachfolge Jesu darf ein freudiges Leben sein. Das bedeutet nicht, dass alles gut und leicht geht. Das bedeutet nicht, dass wir nicht mit Zweifel, Niedergeschlagenheit, Krankheit oder anderen Dingen konfrontiert werden. Das gehört zum Leben dazu. Aber wir haben eine Hoffnung, wir haben eine Perspektive. Wir sehen Christus in dieser Welt in Aktion. Das gibt uns tiefe Freude.

Jesus bringt die Jünger allerdings auf den Teppich. Die Zeichen und Wunder, die sie erlebt haben, sind zwar alles tolle Sachen, aber nicht wirklich zentral. Zentral ist: „Freut euch aber, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind.“

Bei allem Zweifel, den wir als Menschen, auch als Christen erleben, dürfen und sollen wir uns freuen, dass wir eine himmlische Perspektive haben. Jesus wird uns, wenn wir gestorben sind, zu sich holen. Wir werden es dort in seiner Gegenwart viel besser haben als wir es hier auf der Erde erleben. Darüber dürfen wir uns freuen. All das andere, die Glaubensbestätigungen, Zeichen und Wunder die wir in Dankbarkeit annehmen, sind Beiwerk. Das Zentrum ist unserer Hoffnung der Herrlichkeit.

Aus diesem Text gäbe es noch viel zu sagen. Ich will aber hier Schluss machen. Wenn wir begriffen haben, wenn wir darum beten, dass Jesus Menschen in sein geistliches Erntefeld schickt, und wir persönlich auch gemeint sind, dann ist das viel.

Wenn wir begriffen haben, dass wir Friedensboten für unsere Gesellschaft sind, und dass wir uns mit anderen Menschen des Friedens vereinen können, um Gottes Reich hier auf Erden zu verkünden, dann haben wir viel begriffen.

Wenn wir begriffen haben, dass wir in Christus inneren Frieden, innere Ruhe und eine feste Zuversicht haben dürfen, eine Perspektive der Ewigkeit in der Gegenwart Gottes, dann haben wir das Zentrum begriffen.

                                                                                              Das wünsche ich uns allen - Amen

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