Die Mennoniten

Die Glaubensgemeinschaften der Mennoniten haben ihren Ursprung in der Reformationszeit im frühen 16. Jahrhundert. Sie bilden somit die älteste evangelisch protestantische Freikirche, deren Glieder unabhängig von der staatlichen Macht ihren Glauben leben wollten. Im Jahr 1525 fingen ehemalige Freunde und Mitarbeiter von Ullrich Zwingli (Reformator der Schweiz) mit der Taufe von erwachsenen Männern und Frauen an, die damit ihren freiwilligen Glauben bezeugten und nach ihrer Überzeugung Irrwege des Christentums bloß stellten. Auch in anderen Gegenden Europas entstanden zur gleichen Zeit ähnliche Bewegungen, die insgesamt als die “Radikale Reformation” bezeichnet werden.

Menno SimonsDurch ihre Kritik an der Bindung von Kirche und Staat und ihre herausfordernden Glaubensthesen wurden die frühen Täufer sehr bald starker Verfolgung ausgesetzt. Dies führte zur Flucht vieler ins damalige Holland, wo bereits eine größere Glaubensfreiheit herrschte. Dort und in Norddeutschland sammelte Menno Simons um 1550 die verstreuten Gruppen der diversen Täuferfamilien und gab ihnen die dringend benötigte Leitung. Auf ihn bezogen entstand der Schutzname „Mennoniten“. Ihre Gegner hatten mit dem irreführenden Begriff “Wiedertäufer” so sehr polarisiert, dass noch Jahre danach an vielen Orten mit gnadenloser Hetze, schrecklichen Folterungen und grässlichen Morden diese Glaubensgeschwister bekämpft wurden.

Durch den 30-jährigen Krieg und diverser Seuchen waren einige Gegenden Mitteleuropas stark dezimiert. Die entsprechenden Landesherren waren plötzlich interessiert an tüchtigen Bauern. Dadurch erhielten Mennoniten besonders in unterschiedlichen Teilen Süddeutschlands einen Duldungsstatus, da sie als fleißige und erfolgreiche Landwirte bekannt waren. Außerdem war man sich endlich bewusst, dass ihre Lebensführung meist vorbildlich war und sie nicht der Trunksucht, Faulheit und anderen Laster verfielen.

Wieder andere täuferische Gruppen bevorzugten die Auswanderung nach Amerika, wo sie sich neue wirtschaftliche Chancen und Freiheiten für ihr Glaubensleben erhofften. Über extreme, nicht autorisierte, uns Mennoniten selber noch beschämenden Ausartungen der Lehren der Täuferväter (Geschehnisse in Münster) sind bis heute auch falsche Einschätzungen im Umlauf. Das stimmt uns oft traurig. Jedoch ist uns bewusst, dass die allermeisten Christen mit uns in bestem Einvernehmen leben und auch die weltweit tätigen Mennoniten als Glaubensgemeinschaft einen geachteten Platz im Christentum eingenommen haben.

Weitere Informationen über die Mennoniten finden Sie unter mennoniten.de und Wikipedia.